Gefragt: Studentisches Wohnen im Park

Gefragt: Studentisches Wohnen im Park

Studentischer Wohnraum in Hannover ist knapp. Gerade einmal 6,3 Prozent aller Studenten finden in der Landeshauptstadt einen Wohnheimplatz. Der Landesdurchschnitt liegt bei 9,6 Prozent. Aber es tut sich was – auch im Expo Park. Nachdem das Peiner Unternehmen bauplan GmbH an der Chicago Lane für rund 13 Millionen Euro 2017 zwei neue Studentenwohnheime mit 214 Wohneinheiten realisiert hat, sind jetzt die Bauarbeiten für zwei weitere Wohnheime in direkter Nachbarschaft gestartet. 192 Wohneinheiten entstehen hier mit jeweils rund 20 qm je Appartement incl. Pantryküche. Die beiden neuen fünfgeschossigen Blöcke werden eine Klinkerfassade haben. Jede Etage ist in zwei Wohngruppen unterteilt, von denen jede eine eigenen Gemeinschaftsraum hat.  Die Fertigstellung ist für 2. Halbjahr 2019 geplant.

Eigentümer der ersten beiden Wohnheime „Chic7“  ist der Luxemburger Fonds AviaRent S.C.A. SICAV-FIS. Nachdem das erste halbe Jahr vergangen ist, wurden die Mieten neu kalkuliert und um 15 Prozent gesenkt und somit an die marktüblichen Mietpreise angepasst. Gleichzeitig investierte der Betreiber in die Gemeinschaftsräume im Kellergeschoss (TV, kleine Bibliothek,  kommunikative Sitzecken…). Mittlerweile sind gut 50 Prozent der Appartements belegt. Das vielfältige Angebot an Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten im rund 900m entfernten Leine-Center in Laatzen ist von der Chicago Lane fußläufig erreichbar. Die Buslinie 340 hält direkt vor der Haustür. Das sind gute Rahmenbedingungen.

„Durch die Veränderungen wollen wir unseren Mietern das Leben und Wohnen noch angenehmer gestalten. Das kommt an. Mittlerweile haben wir die Hälfte der Appartements vermietet. Täglich besichtigen Interessenten die noch zur Verfügung stehenden Appartements. Wir rechnen schon bald mit einer maximalen Auslastung“, sagt Karolina Lichtenwald von AviaRent Invest AG. Die Pressesprecherin des Unternehmens ist von dem Expo Park als Standort aufgrund der verkehrsgünstigen Anbindung und der demnächst beginnenden Kronsberg-Süd-Bebauung ebenso überzeugt wie bauplan-Geschäftsführer Jens Segler: „Wir haben seinerzeit eine Standortanalyse durchführen lassen und im Dialog mit der Hochschule den Bedarf an Wohnraum verifiziert. Der ist noch längst nicht gedeckt.“

Anfang Januar wurde mit den Erdarbeiten für die beiden neuen Studentenwohnheime  begonnen. Damit erwächst am „Hochschulcampus“ Expo Park, der immerhin fünf Hochschulen beheimatet, dringend notwendiger studentischer Wohnraum. Annähernd 2500 Studierende strömen täglich an die Plaza, die an der Fakultät III der Hochschule Hannover (HsH) studieren. Daneben haben sich das Regionalzentrum der Fernuni Hagen, die Leibniz Fachhochschule,  die Hochschule für Musik und Theater und Campe auf dem Gelände rund um die Plaza angesiedelt. In der Summe besuchen rund 4000 Studierende täglich die Hochschulen. „Da ist der Bedarf an studentischen Wohnraum entsprechend groß“, sagt Jens Segler und betont: „Wir haben seinerzeit vor Baubeginn des Chic7 Studierende nach ihren Wohnbedürfnissen befragt und haben die Ergebnisse in die Planung mit einfließen lassen. Das Wohnkonzept mit abgetrennten Appartements und kommunikativen Gemeinschaftsflächen, das wir auch in den neuen Gebäude realisieren,  ist gefragt. Die Vorzüge der WG-Welt werden mit den Vorteilen der eigenen Wohnung vereint.“

Wo Studenten leben, entwickelt sich mit einer gewissen Verzögerung auch studentisches Leben. Dazu wird auch der für dieses Jahr geplante Baubeginn auf dem Kronsberg Süd deutlich beitragen. In den kommenden Jahren soll hier ein neues Quartier mit Kindergärten, Grundschule, 3500 Wohnungen für etwa 9000 Menschen und die entsprechende Einkaufs-Infrastruktur erwachsen. Die Arbeiten sollen zeitnah beginnen und starten von Expo-Ost-Bahnhof aus.

Derweil schreitet die Vermarktung der letzten freien Grundstücke durch Expo Grund rasant voran und erzeugt eine weitere Dynamik. Nachdem die städtische Vermarktungsgesellschaft in den letzten drei Jahren allein zwölf Grundstücke veräußern konnte, stehen weitere Verkäufe kurz bevor.  18 Jahren nach der Weltausstellung ist der Vermarktung des Areals weitestgehend abgeschlossen. Gerade mal noch drei Hektar von ehedem 160 ha sind noch in der Vermarktung. Derzeit sind aber auch diese Flächen alle reserviert – darüber hinaus gibt es Wartelisten.